Kritik LZ "Der Seelenbrecher"

 

Spannung von Anfang bis Ende
Theater Nikola begeistert mit Premiere von „Der Seelenbrecher"

 Kritik LZ Der Seelenbrecher

 

Großer Vorhang für Sonja Trompke, Bernd Stindt, Gabi Butz, Rudolf Karl, Michaela Karl, Sabine Wiesner, Josef Reindl und Karlheinz Attenkofer

 

Weihnachten in der psychiatrischen Klinik. Schwester Yasmin freut sich auf eine ruhige Schicht, Patientin Greta Kaminsky beugt mit ihrem Aufenthalt der Weihnachtsdepression vor. Doch alles kommt anders. Nach dem Bestsellerroman „Der Seelenbrecher" von Sebastian Fitzek gibt es ein Theaterstück, welches sich
das Theater Nikola für ihre Laienbühne ausgesucht hat. Am Samstag wurde im Pfarrzentrum St. Nikola Premiere gefeiert. Ohne Pause waren Darsteller und Publikum in einem Raum im Psychothriller gefangen. Gefangen in der psychiatrischen Klinik und gefangen in der Spannung, welche unter der Regie von Martin Karl von Anfang bis Ende erzeugt und gehalten wurde. Drei junge Frauen verschwinden spurlos und tauchen später gebrochen und wie lebendig in ihrem Körper begraben wieder auf. Der „Seelenbrecher" ist in den Schlagzeilen und auch in der Klinik das Gespräch des Tages. Während sich die Patienten Greta und Caspar, der
unter retrograder Amnesie leidet, ebenso sicher wie das Personal fühlen, wirbelt ein Autounfall eines Rettungswagens im Wintersturm auf eisglatter Fahrbahn alles durcheinander. Patient Dr Jonathan Bruch und Rettungssanitater Tom Schadeck sind gezwungen, in der Klinik zu bleiben. Während der eine notoperiert werden muss, entpuppt sich der andere als eingebildeter und aufdränglicher Lackaffe. Als die sympathische Psychiaterin Dr. Sophia Dorn angegriffen wird und in ein Wachkoma fällt, wird klar, der ‚Seelenbrecher' muss in der Klinik sein. Aber wer ist es? Einer der Gruppe hat einen Verdächtien ausgemacht. Fast alle sind im weihnacbtlich dekorierten Aufentialtsraum der K1mik. Fieberhaft sucht man nach Lösungen. Wo ist eigentlich der Chefarzt Dr. Raßfeld? Der Mann ohne Gedächtnis übernimmt rätselhaft kompetent die Versorgung der apathischen Ärztin. Sehr dubios der Rettungssanitäter und hilflos die Versuche von Hausmeisterin Daniela Bachmann, die Gruppe vor dem „Seelenbrecher" zu schützen. Dazwischen die vor Angst bibbernde Schwester Yasmin, die immer wieder die Streithähne Tom und Caspar trennen muss.
Acht ganz unterschiedliche Charaktere im Raum und zwei Stunden Spielzeit. In der Summe ein Thriller, der das Publikum von Anfang an fesselte und bis zum Schluss nicht mehr los ließ. Man spürte die Angst, das verzweifelte Ringen von Caspar alias Rudolf Karl, sich an seine Identität zu erinnern und so vielleicht helfend eingreifen zu können. Den Unsympathen nahm man Tom alias Josef Reindl so was von ab wie auch den Zwiespalt zwischen Angst und Aufbäumen von Schwester Yasmin alias Michaela Karl. Aber auch Sonja Trompke (Psychiaterin), Gabi Butz (Hausmeisterin), Sabine Wiesner (Greta), Bernd Stindt (Chefarzt) und Karlheinz Attenkofer (Patient) spielten ihre Rolle mit großer Spielfreude und absolut überzeugend. Die Lösung kam überraschend und wie oft, anders als man denkt.
Es war die erste Regie von Martin Karl am Theater Nikola. Ein Thriler sollte es sein, dass es „Der Seelenbrecher" wurde, war eher Zufall. Für ihn war die größte Herausfordeung, seine Vision wirklich auf der Bühne umzusetzen. Das Theater mit Spielern und den Akteuren rund um Technik und Ausstattung zog mit. Das Ergebnis war ein Theaterbend, der das Publikum uneingechränkt in seinen Bann zog. So kräftig war der Applaus, dass die Darsteller lange nicht entlassen wurden und immer wieder auf die Bühne mussten. -bau.-

LZ-Information
Weitere Aufführungen des Theaters Nikola im Pfarrzentrum Nikola finden statt am:
Freitag, 28. Oktober, Samstag, 29. Oktober, Montag, 31. Oktober, Freitag, 4. November, Samstag, 5. November, Freitag, 11. November und Samstag, 12. November  jeweils um 20 Uhr.

 

Kritik LZ Der Seelenbrecher

 

Beunruhigend, der Zeitungsartikel über den "Seelenbrecher"