Kritik LA "Der Seelenbrecher"

 

Böse Weihnachten
Theater Nikola präsentiert mit „Der Seelenbrecher" einen spannenden Psychothriller

 Kritik LZ Der Seelenbrecher

 

Beunruhigender Zeitungsartikel "Der Seelenbrecher geht um"

 

Landshut. Statt eines harmonischen Weihnachtsfestes erleben Patienten und Betreuungskräfte in einer Psychoklinik einen Horrortrip. Im Theater Nikola verortet Regisseur Martin Karl die Handlung von Sebastian Fitzeks "Seelenbrecher" in einem bürgerlichen Wohnzimmer mit Fenstern zum Gang. Er setzt auf eine temperamentvolle Spielweise in gekonnter Laienspielmanier.

Der gemütliche Plauderabend verwandelt sich in einen Super-Psychopathen-Gau. Die kaum wahrgenommene TV-Meldung, dass der Seelenbrecher wieder zugeschlagen habe, rückt plötzlich ganz nah. Zuerst ein Unfall, eine Leiche im Transporter, dann ein Mord, dem andere folgen, garniert mit kleinen Rätseln.

Der Seelenbrecher ist längst in der Klinik als die Sicherheitsschotten heruntergelassen werden Doch wer ist es?
Es wird dunkel die Musik duster, ein Kaminfeuer brennt. Misstrauen greift um sich und lässt doch immer wieder sofort zusammenrücken wenn der irre blutverschmierteDr. Bruck alias Karlheinz Attenkofer an die Gangfenster schlägt und Doktor Bruck durch seine gutturalen Urlaute die Pulsfrequenz hochjagt. Die Nikolaner spielen couragiert, kristallisieren unter der Regie von Martin Karl die Charaktereigenschaften der Figuren plakativ heraus. Unter dem Druck der Angst kreischt Michaela Karl als Krankenschwester, eine blonde Zicke, hysterisch auf und handelt doch  pragmatisch. Die resolute Hausmeisterin, Gabi Butz hilft mutig, wenn es darauf ankommt. Sabine Wiesner spielt die alte Dame mit würdevoll kluger Gelassenheit und Sonja Trompke bringt mit ihrer speziellen Stimmlage die Facetten der Psychiaterin zur Wirkung.

Handlungsbedingt stehen Männer im Mittelpunkt. Doktor Bruck mutiert mit Bernd Stmdt zum irrlichternden Schreckgespenst. Ist er der Seelenfänger oder der unsympathische Rettungssanitäter, dessen sadistische Züge Josef Reindl lauthals und großmaulig in Szene setzt? Der Chefarzt, von Bernd Stindt sehr dominant gezeichnet, kann es nicht sein. Er wird ermordet. Der Patient mit Gedächtnisverlust auch nicht. Rudolf Karl spielt ihn viel zu sympathisch. Oder ist er doch der Seelenbrecher? Die Lösung wird erst im Theater verraten.    



Michaela Schabel

Weitere Aufführungen des Theaters Nikola im  Pfarrzentrum Nikola finden statt am
Freitag 28 Oktober,    Samstag 29. Oktober, Montag 31. Oktober, Freitag 4. November, Samstag 5. November, Freitag 11. November und Samstag 12. November jeweils um 20 Uhr.