Kritik IWNU4

 

Frivoles Verwirrspiel

 Premiere beim Theater Nikola: "Immer wieder nachts um vier" 

"Immer wieder nachts um vier" heißt das neue Stück, mit dem das Theater Nikola am Samstag im Pfarrzentrum St. Nikola die Premiere seines Frühjahrsstücks feierte. Das war auch zu spüren: die Besucher voller Erwartung, das Theaterteam noch im Ungewissen, wie ihr Stück ankommen wird. Doch nach zwei Stunden hieß es nur noch: Applaus, Applaus!
Christian Kobler spielte Thomas Reinders, den Junggesellen in Wochenendbeziehung mit der attraktiven Tanja Vollmer, dargestellt von Julia Wiesner. Alles könnte so schön sein, wenn da nicht seine Nachbarn wären. Frank und Susanne Manstedt alias Georg Lackermeier und Ina Lehmann. Regelmäßig bekommt Thomas deren nächtlichen Ehestreit auch in seiner Wohnung mit. Und als Freund  der beiden steckt er unversehens mittendrin in den Paarproblemen. Vollends für Verwirrung sorgt zudem seine Mutter Lieselotte Reinders. Gabriele Butz gibt die moderne, aufgeschlossene Lilo und ist doch die Helikoptermami, die sich fragt, "was habe ich nur falsch gemacht?" Mit im Spiel: Lena Lackermeier als Tochter Emma Manstedt und Mathias Paintner als Hausmeister Egon Halberschmidt. Sieben Personen, die unversehens in turbulenten Paarproblemen stehen und es am Ende wieder heißt "immer wieder nachts um vier".

 Kritik LZ: Immer wieder nachts um 4

 

Ziemlich verwirrt sind - dem Stück geschuldet - bei der Premiere des Theaters Nikola: (von links) Thomas (Christian Kobler), Egon (Mathias Paintner), Lieselotte (Gabriele Butz) und Frank (Georg Lackermeier). Foto: Theater Nikola

 Nach langem Suchen sind Sabine und Rebecca Wiesner, Haupt- und Co-Regie und im echten Leben Mutter und Tochter, auf das Stück der Autoren Rolf Sperling und Stefan Bergmüller gestoßen. Das  Aufstöbern ist die eine Sache bei einer Premiere - denn natürlich ist die Auswahl des Stückes wichtig. Zum Erfolg wird es aber letztlich erst, wenn die Schauspieler überzeugen können und die Pointen von der Bühne auf das Publikum überspringen. Und das ist den Laiendarstellern am Samstag definitiv gelungen.Sie alle schlüpften mit viel Enthusiasmus in die Rollen, haben sich diese schließlich so zurechtgelegt, dass sie ohne jegliche aufgesetzte Schauspielerei die Geschichte authentisch zeigen konnten.Ihren Beitrag dazu leisteten auch Hans Salsico, Andy Trompke und Harald Wiesner mit dem Bühnenbau sowie Sophia Jackermeier und die beiden Regisseurinnen Sabine und Rebecca Wiesner bei Maske und Kostümen.Wichtig war Sabine Wiesner, dass es eine Komödie mit gutem Unterhaltungspotenzial war. "Als Apothekerin bekomme ich viele menschliche Bekümmernisse mit und als aufgeschlossener Bürger auch die politische Weltlage. Da wollen wir die Leute einfach mal einen Abend nur unterhalten und lachen lassen."Dieses Ziel haben die Theatermacherinnen erreicht. Das Fazit: Viele Lacher, natürlich auch schon während des Stücks. Und am Ende das, was sich jeder Theatermacher wünscht - entspannte und gut gelaunte Besucher.Bis zum 5. Mai gibt es noch sieben Vorstellungen im Pfarrzentrum Nikola.Karten gibt es bei der TicketHotline (ab 18 Uhr) unter der Telefonnummer 0871/32468 und bei Bücher Pustet in der Altstadt. Karten 15 Euro, Schüler und Studenten 12 EuroFür die Zukunft muss das Theater Nikola umdisponieren: Da nach den Aufführungen der erste Bauabschnitt der Renovierung beginnt, müssen die Theaterspieler im Herbst auf die jetzige  Produzentengalerie in der Seligenthalerstraße ausweichen.