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Kategorie: Kritik

Alltagsliebe

Unterhielt das Publikum einmal mehr glänzend - das Ensemble des Theater Nikola.
(Quelle: Uwe Grimm)

 

Dem "Thema aller Themen" widmete sich das Theater Nikola am Sonntagabend bei der Premiere von "Alltagsliebe - Liebesalltag". Gewandet in ein zehnteiliges Programm, brannte das Nikola-Ensemble ein Feuerwerk an Spritzigkeit, thematisch glänzend in Szene gesetzten Sketchen und fernsehreifen Gags ab. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Harald Wiesner und Raffael Härtl.
Dass mit Liebe nicht nur Annehmlichkeiten verbunden sind, sondern diese auch für Verwirrungen, Ärger und Zwist sorgen kann, zeigte der Abend anschaulich auf. Michael Paintner eröffnete den Theaterabend als Conférencier mit der Begrüßung der Gäste, bereitete diese auf das Kommende vor und griff dann immer wieder in das Programm ein.

Lachen mit dem "Werbeblock"

Gleich zu Beginn der Vorstellung stand ein hochbrisantes Thema auf der Agenda. Die Qual der Wahl bei der Auswahl des passenden Abendgewandes zur Premiere an einem (Laien-)Theater hat wohl jede Frau schon einmal durchlitten. Brigitte und Rudolf Karl hatten das Vergnügen, die Anwesenden im Saal gleich zu Beginn zum Lachen zu bringen. Im "Werbeblock" wurde von Michaela Karl und Dominik Sax ein überaus bekanntes Online-Dating-Portal nicht ganz ernsthaft beworben. Reinhart Hoffman und Doris Ellinger waren dann an der Reihe mit "Da Dings". Hier führte die Unkenntnis über gemeinsame Bekannte zu Irritationen.
Karlheinz Attenkofer und Sonja Trompke setzten sich im Anschluss im Stück "*innen" mit neuzeitlicher Sprachgebung auseinander. "Der Heiratsantrag", urkomisch von Ina Lehmann und Rudolf Karl in Szene gesetzt, zeigte nachfolgend auf, wie schwer es werden kann, wenn zwei zueinander finden wollen. Dass der Streit um eine saure Wiese und die Uneinigkeit über die Leistungsfähigkeit eines Zuchtbullen das angedachte Liebesglück fast vermasselte, sorgte im Saal für ausgesprochene Heiterkeit. Differenzen gab es auch bei "Ein Ehepaar erzählt einen Witz" und dem "Vogelflüsterer". Ersteres offenbarte die doch erhebliche Uneinigkeit über das Erzählen eines Witzes, während in Zweiterem dem Mann, der Vogelsprache zwar mächtig, aber zu menschlicher Konversation nicht ansatzweise fähig, von seiner Gemahlin ein "Vogel" attestiert wurde. Beide Sketche wurden von Michaela und Sebastian Karl gespielt.


Großer Einfallsreichtum und viele zündende Ideen

Den Abschluss eines überaus heiteren Abends setzte dann die "SoKo LA(ndshut)". Ein Krimi in zwei Teilen, der zunächst "rückwärts" gespielt wurde. Für diejenigen, die mit diesem "Format" nicht zurechtkamen, wurde das Ganze dann "vorwärts" wiederholt. Komödiantisch auszeichnen konnten sich hier Daniela Seimel, Petra Ziegler, Michaela Karl und vor allem Dominik Sax als verhinderter Bühnenstar. Das Theater Nikola verblüffte wieder einmal mit Einfallsreichtum und zündenden Ideen. Teils lebensnah, teils skurril verdreht, wurde das begeisterte Publikum bestens unterhalten. Das 14-köpfige Ensemble lief zu Hochform auf und brachte seine Gäste immer wieder so weit, dass lautstarker Szenenapplaus aufkam.