Das Boot LZ vom 25. Juli 2019

Das Theater Nikola taucht ab

Die neue Produktion kommt in der Maschinenfabrik Sommer auf die Bühne


Von Claudia Hagn

Es sll etwas ganz Neues werden, ein Projekt, nicht nur eine normale Aufführung auf einer normalen Bühne: Das Theater Nikola plant
gemeinsam mit Kollegen von der "Bühne Landshut" fur den Oktober eine spektakuläre lnszenierung des Filmklassikers "Das Boot". Dafür
zieht die Mannschaft in die Maschinenfabrik Sommer: ein idealer Platz für die spektakuläre Geschichte von Lothar-Güinther Buchheim rund um
ein U-Boot im Zweiten Weltkrieg, verloren 1942 in den Weiten des Ozeans.
Am Montagabend durften Besucher einen Blick ins Innere des alten Industriedenkmals in Nikola werfen.
Stahl, alter Betonboden, Spinnweben, Industriecharme: All das trägt dazu bei, dass die Crew des Theaters hier die ideale Stätte für
die neue Produktion gefunden hat.
Regisseur Thomas Ecker erklärt, warum: "Wir bauen eine sehr lange Bühne in die Mitte des Raumes, zwölf Meter lang und 1,60 Meter breit."
Die Zuschauer sitzen jeweils an den Iangen Seiten, schauen sich quasi an. "So erreichen wir, dass die Schauspieler ganz nah am Publikum
dran sind, teilweise nur einen halben Meter entfernt."
lnklusive Flak-Beschuss und Wasserbomben ·
Das Theaterstück erzählt die erste Hälfte des Films und Buchs und fokussiert auf psychologische und zwischenmenschliche Vorgänge.
Dabei soil beim "Theater Nikola" eine sehr intime, annähernd klaustrophobische Atmosphäre entstehen, fast zwei Stunden lang. Pause
gibt es keine, um die Zuschauer nicht aus dem Stück zu reiBen. Man könne die Geschichte vom "Boot" nicht durch Häppchen und Getränke
unterbrechen, so Ecker.
Eigentlich wollte das Theater Nikola "Das Boot" bereits 2018 aufführen, damals noch in der ehemaligen Produzentengalerie. Doch dann
erkrankten einige Schauspieler schwer - das Stuck musste verschoben werden. 2019 klappt es nun endlich. Das alte Konzept aus der
Produzentengalerie verwarf Ecker: ein komplett neues fur die Maschinenfabtik musste her. Zu der neuen Bühnensituation samt groBem
U-Boot-Ausguckturm kommen jetzt auch Spezialeffekte wie simulierter Flakbeschuss und Wasserbomben.
Das Ziel ist laut Ecker: Der Zuschauer fühlt und erlebt die Inszenierung wie die Schauspieler.
Zusatzlich zum Stück gibt es auch noch eine Ausstellung mit Exponaten aus dem Buchheim-Museum.
"Wir konnten Bilder bekommen und werden sie hier in der Maschinenfabrik ausstellen", sagt Reinhart Hoffmann, Spielleiter des Theater Nikola. Bereits im vergangenen
Jahr hat er übrigens versucht, Martin Semmelrogge zu einem Besuch in Landshut zu überreden.
Semmelrogge hat 1981 im Originalfilm von Wolfgang Petersen den zweiten Wachoffizier gespielt. "Ich probiere es auch dieses Jahr wieder. Mal sehen, ob er kommt", so Hoffmann.
Schon allein wegen der Geschichte des "Boots" spielen (fast) nur Männer bei der diesjährigen Aufführung mit. Eine einzige Frau hat Regisseur Thomas Ecker noch in die
Handlung eingebaut: sonst wirken die Frauen des Theater Nikola im Hintergrund. Aber: Es gibt an einem Wochenende eine Gegenveranstaltung im Weltcafe, bei der die
Damen der Theatergruppe eine "Ladies Night" mit dem Titel "Unsere Männer sind auf dem Schiff" aufführen. Geprobt wird für "Das Boot" ab der zweiten Septemberwoche
mit rund 15 Mitwirkenden drei his vier Mal die Woche in der Maschinenfabtik Sommer. Bis dahin muss dort noch eine Toilette installiert werden, auch eine Heizung
wird eingebaut.
Aufführungstermine
Premiere ist am 26. Oktober um 20 Uhr, dann folgen weitere Aufführungen
am 31. Oktober, 1., 2., 8., 9. 10., 15., 16., 17., 22. und 23. November.
Eine Einführungsmatinee gibt es am 20. Oktober um 11 Uhr.
Karten gibt es ab dem 1. Oktober online unter der Adresse
www.theater-nikola.de
oder bei Bucher Pustet in der Altstadt

 

Das Boot: die Mannschaft

 

Das Boot: die Fabrik