Wer zum Teufel ist Oscar?

 

Theater Nikola begeistert mit vergnüglicher Verwechslungskomödie

 
 
Kritik LZ vom 23. April 2012
 
SeifenfabrikantPierre Barnier (Karlheinz Attenkofer) könnte sein Telefonat mit
der Polizei zum Verhängnis werden. (Foto: Theater Nikola)

 
   
Von Martina Hippauf
Manchmal kommt alles Unglück und Chaos an einem Tag zusammen. Da kann man schon mal aus der Haut fahren.Den Seifenfabrikanten Pierre Barnier (Karlheinz Attenkofer) erwischen die ersten Schreckensnachrichten noch vor dem Frühstück.Das Premierenpublikum des Theaters Nikola wurde am Samstagabend im fast vollbesetzten Saal des Pfarrzentrums St. Niköla Zeuge, wie der erfolgreiche Geschäftsmann in der Komödie "Oscar" Stück für Stück seine Beherrschung, ein Dienstmädchen und einige Millionen Francs verliert. Dafür gewinnt er aber eine Tochter, und zwei Schwiegersöhne.
Regisseur Matthias Paintner inszeniert den Dreiakter des Franzosen Claude Magnier, der 1967 erfolgreich mit Louis de Funes verfilmt wurde, mit viel Gespür für Situationskomik und Wortwitz und ohne von Karlheinz Attenkofer eine De Funes-Kopie zu erwarten. Damit trifft die Regie genau ins Schwarze, bringt das Publikum zum Lachen und Staunen über den herrlichen Irrsinn, der sich auf der Bühne abspielt. Attenkofer schafft den Spagat, ohne übertriebene Mimik und Gestik Komik heraufzubeschwören.
Als Barniers wohl geordnetes Leben im Chaos zu versinken droht, zeigt er echte Verzweiflung und beweist sich als Schlitzohr mit Herz und Verschlagenheit. Das Chaos kommt mit seinem gewieften Mitarbeiter Albert Trichet (Alexander Hell) zur Tür herein, der Barnier frühmorgens mit seinen Heiratsplänenüberfällt. Weil Herzens- und Geldangelegenheiten miteinander verschwistert sind, lässt Trichet dem Liebesgeständnis sogleich die Forderung nach einer satten Gehaltserhöhung folgen. Dass seine Auserwählte ausgerechnet Barniers Tochter sein soll, bringt für den Seifenfabrikanten das Fass zum Überlaufen. Als Trichet aber einen Koffer mit Juwelen ins Spiel bringt und der Tochter damit eine schöne Mitgift winkt, lässt Barnier sich doch überzeugen:
Koffer gegen Tochter und die Verlobung steht.
Barniers Tochter Colette (gespielt von Julia Wiesner mit naiver Durchtriebenheit)ist freudig überrascht über die Aussicht auf einen Ehemann, aber wenig wählerisch in der Wahl des Verlobten. Im Grunde ist dem Mädchen jeder recht, Hauptsache raus aus dem Elternhaus. Deshalb folgt sie dem Rat des raffinierten Stubenmädchens Bernadette (Melanie Kaltenbacher) und täuscht eine Schwangerschaft vor.
Als Barniet erfahren muss, dass der vermeintliche Vater nicht Trichet, sondern Oscar heißt und sein eigener Chauffeur war, fällt er aus allen Wolken. Sein Enkel in spe braucht einen Vater, aber der ist inzwischen bei der Fremdenlegion. Schuld daran hat für Barniers zierliche wie resolute Gattin (Sabine Wiesner) nur Barnier selbst, schließlich hat er Oscar entlassen. Zum Glück kommt neben dem Chauffeur auch noch der treudoofe und zum Entzücken der Frauen gutgebaute Masseur (Georg Lackermeier) als Vater in Frage. Barnier erscheint Trichet mit seinem Juwelenkoffer zwar als der geeignetere Schwiegersohn, doch Trichet ist nicht in Colette, sondern in Nicole (Theresa Trompke) verliebt - und die stellt sich Barnier prompt als Tochter vor.
Die Namen der Verlobten wechseln genauso schnell wie die Koffer ihre Besitzer. Neben dem Juwelenkoffer bringt auch StubenmädchenBernadette ihren Koffer ins Spiel und immer wenn Barnier glaubt, im Besitz der Juwelen zu sein, ist sein Koffer voller Unterwäsche. Ausgerechnet, als es endlich doch noch eine Verlobung geben kann und der Champagner hervorgeholt wird, aucht Oscar (Matthias Gilch) auf. Barnier und Trichet liefern sich ein Duell auf Augenhöhe, gewinnen durch ihre Tricks abwechselnd die Oberhand und den richtigen Koffer.
Karlheinz Attenkofer und Alexander Hell funktionieren als Gegenspieler prächtig, spielen sich die Bälle zu, lassen zusammen mit dem ganzen Ensemble keine Pointe aus und ernten dafür tosenden Premierenapplaus.

 
   
   

 


 

 

„Oscar“, ein Mißverständnis in drei Akten

von Claude Magnier

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RFL Video Clip

 

Diesen Tag wird der Großindustrielle Pierre Barnier nicht so schnell vergessen:

Noch vor dem Frühstück besucht ihn ein Angestellter und eröffnet ihm, dass er seine Tochter heiraten will und zusätzlich, dass er ihn um eine hohe Summe betrogen hat. Dann erscheint ein Mädchen und eröffnet ihm, dass sie sich für seine Tochter ausgegeben hat. Seine echte Tochter liebt aber den Chauffeur, und seine Frau weiß natürlich schon alles. Dann tauchen im Haus immer wieder Koffer auf, deren Inhalt für Barnier sehr wichtig ist, die aber immer ein anderer mitnimmt. Das Hausmädchen kündigt, den Chauffeur hat er entlassen, sein Masseur spielt verrückt und  immer wieder verschwindet ein Koffer!!!

Da soll man nicht selbst verrückt werden und…..

 
 

Aufführungstermine:

Premiere: Samstag, 21.04.2012

weitere Aufführungen:  27./28. April, 04./05./11./12. & 19. Mai

Oscar Matinee: Sonntag, 20. Mai 2012 um 11.0 Uhr im Pfarrheim