Festakt im Rathaus-Prunksaal "40 Jahre Theater Nikola"

Laientheater auf hohem Niveau


Theater Nikola feierte im Rathausprunksaal mit einem Festakt sein

40-jähriges Bestehen

 

Von Stefanie Platzek
Theater in Landshut, Theater mit Landshut, Theater für Landshut. Im nahezu vollen Rathausprunksaal hat das Theater Nikola am Samstagabend sein 40-jähriges Bestehen mit einem Festakt gefeiert. Dazu gratulierten nicht nur Oberbürgermeister Hans Rampf und Monsignore Josef Thalhammer von der Pfarrei St. Nikola. Auch die befreundeten Theatergruppen Hofberg und Konrad ließen es sich nicht nehmen, auf ihre Weise Glückwünsche zu überbringen.
1975 gründete Benno Herrmann die Theatergruppe Landshut St. Nikola.
"Wenn er nicht schon damals so ein cleverer und kompromissloser Impresario gewesen wäre, stünden wir heute mit Sicherheit nicht hier", sagte Reinhart Hoffmann, Vorsitzender des Nikola Theaters in seiner Festrede. Denn, so erzählt man sich hinter vorgehaltener Hand, der damalige Pfarrgemeinderat habe mitnichten auch nur ansatzweise daran gedacht, eine Bühne aufzustellen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion habe Herrmann sich an den damaligen Architekten gewandt und mit diesem vereinbart, dass eine Bühme aufgestellt werde.
"Und auf dieser Bühne spielen wir noch heute", sagte Hoffmann, der bedauerte, dass Herrmann aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Feier teilnehmen konnte. Für sein langjähriges Wirken im Theater Nikola war Herrmann deshalb 2009 mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Landshut ausgezeichnet worden. Mit nur wenigen Ausnahmen, die aktuellste war Herbst 2013, brachte das Theater Nikola mindestens zweimal jährlich abendfüllende Produktionen auf die Bühne: "In 40 Jahren mit etwa 75 Produktionen und durchschnittlich acht Aufführungen komme man auf die geradezu schwindelerregende Zahl von rund 800 Aufführungen", so Hoffinann. Damit habe man etwa 90 000 Zuschauer erreicht. "Das ist eine unglaubliche und beeindruckende Zahl für eine Amateurbühne, die uns sehr stolz macht." Stolz sei er auch, dass er mit Richard Marx an diesem Abend ein Gründungsmitglied ehren könne.
Ein wertvoller Beitrag zum kulturellen Leben
Das Theater Nikola - das, wie der Oberbürgermeister in seinem Grußwort mit einem Augenzwinkern bemerkte, nie ein Raumproblem gehabt habe - bietet seit 40 Jahren Laientheater auf hohem Niveau. Dass ein Stadtteiltheater als eine Generation lang jährlich meist zwei Stücke auf die Bühne bringe sei außergewöhnlich. Wie sehr das Ensemble mit dem Viertel und der Stadt verbunden sei, zeigten Projekte wie "Hausererzählen" und "Stadtführungen". Das ist Laientheater, wie man es sich für eine Stadt wünscht, engagiert, auf hohem Niveau, mit genügend begeistertem Nachwuchs." Das· Ensemble leiste einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt. Humorvoll und kritisch das Leben beleuchten.
Vor 40 Jahren habe der Aufstieg eines Sterns begonnen, der heute über den Landshuter Theaterhimmel leuchte, das Veranstaltungsprogramm der Stadt bereichere und die Pfarrei Nikola über die Pfarr- und Stadtgrenze hinaus in vieler Munde bringe, sagte Monsignore Thalhammer.
Die Tatsache, dass sich all die Jahre alle Mitglieder, alle Besucher und auch die Verantwortlichen der Pfarrei mit dem Theater Nikola identifiziert haben, habe das Theater zu dem werden lassen, was es heute feiern dürfe: "Ein Theater mit einem guten Ruf, in dem mit Leidenschaft gespielt wird, das vital und engagiert ist und in dem humorvoll und kritisch das Leben beleuchtet wird", sagte Thalhammer und trug als Geschenk die Valentinade "Im Gärtnertheater" vor.
Aber nicht nur Ansprachen wurden geboten. Mit einer weiteren Valentinade, einem Spiel zur Landshuter Hochzeit und einer Szene aus "Die Nibelungen" zeigten die Mitglieder Beispiele aus ihrem breiten Repertoire. Das Hofberg-Theater und das Theater Konrad gratulierten mit einer Valentinade und mit dem Lied "Theater/Theater". Durch das Programm führte Karlheinz Attenkofer. Die Jugend-Big-Band der städtischen Musikschule unter der Leitung von Martin Steffani begleitete den Abend musikalisch. Abschließend eröffnete Hoffmann die Ausstellung in der Rathaus-Galerie. Auf zahlreichen Fotos sind dort noch bis zum 24. Oktober Szenen aus den Produktionen der vergangenen 40 Jahre zu sehen.


 

  "Siegfrieds Tod": Mit dieser Szene gab das Theater-Ensemble       Reinhart Hoffmann (links) ehrte Grün-

  einen Vorgeschmack auf die Jubiläumsproduktion mit Premiere     dungsmitglied Richard Marx

  am 24. Oktober

 

 

 

Zahlreich waren Ehrengaste, Freunde und Forderer des Theaters Nikola gekommen: Nahezu voll besetzt war der Rathausprunksaal.