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MacBeth

Landshuter Zeitung Kritik "MacBeth"

Landshuter Zeitung vom 28. Oktober 2026

 

Festgelage

 

Überhaupt nicht „verflucht“

Das Theater Nikola zeigt einen überzeugenden „Macbeth“ von Shakespeare


Von Stefan Klein

Aktuell auf dem Spielplan des Theaters Nikola Landshut steht William Shakespeares „verfluchtes Stück“: Am Samstag hat der „Macbeth“ – mit vollem Titel „The Tragedy of Macbeth“ – unter der Regie von Sabine Hoffmann im Pfarrheim St. Nikola seine Premiere gefeiert. Und wurde vom Publikum im ausverkauften Pfarrsaal am Ende mit großem Beifall bedacht.

Für ihr Regiedebüt am Theater Nikola hat sich Sabine Hoffmann demnach kein ganz einfaches Stück ausgesucht. Wobei „Macbeth“ für Shakespeare-Verhältnisse relativ kurz und – trotz aller Tragik und Bedeutungsschwere – durchaus auch kurzweilig ist, bei einer leicht zu folgenden Handlung. Die gestaltet sich bekanntlich so: Die Prophezeiung dreier Hexen verspricht Macbeth, Feldherr im königlichen Heer, der nächste schottische König zu werden. Dafür muss er allerdings erst, angestachelt von seiner Lady, den aktuellen König Duncan loswerden. Der Königsmörder wird selbst König, aber glücklich wird es ihn und Lady Macbeth nicht machen.

Starker Tobak also, grausige Meuchelmorde inklusive, den das Theater Nikola da auf die Bühne bringt. Mit 32 Darstellern in 37 Rollen, gespielt von den Jüngsten bis zu den ganz Erfahrenen der Nikola-Theaterfamilie. Und die machen ihre Sache durch die Bank gut, was bei der für heutige Ohren doch recht sperrigen Sprache Shakespeares keine Selbstverständlichkeit ist.

Wie sich bei vielen Shakespeare-Verfilmungen im englischen Originalton beobachten und hören lässt, fließen nämlich beileibe nicht jedem und jeder die Worte des „Barden“, wie Shakespeare oft genannt wird, problemlos von den Lippen. Da darf man die Nikola-Darsteller, angefangen von den drei „Hexen“ Marcel Räth, Lavinia Würfl und Tanja Büttner bis hin zu den beiden Haupt-Protagonisten Aaron Jungblut-Klemm als Macbeth und Gabi Butz als Lady Macbeth – um nur einige zu nennen – gerne loben. Die Leseproben, von denen die Regisseurin Sabine Hoffmann unserer Redaktion für den Vorbericht erzählt hat, haben sich offensichtlich ausgezahlt. Dass das traditionell männerlastige – und bei „Macbeth“ zudem recht kriegerische – Figureninventar Shakespeares in weiten Teilen von Darstellerinnen verkörpert wird (was dem Personaltableau des Theaters Nikola geschuldet ist), tut der Inszenierung keinerlei Abbruch.

Unterstützt wird die Darstellerriege vom Bühnenbild, hauptsächlich bestehend aus einer Treppe aus verschiedenen Plattformen, die geschickt eingesetzt, mit nur wenigen Requisiten, fast schon Teil des Geschehens wird. Genauso wie zeitweise das Publikum, ganz im Sinne des ursprünglichen Shakespeare-Theaters.

Eine runde Sache also, dieser „Macbeth“, und erneuter Beleg für das hohe Niveau des Theaters Nikola. Das die nächste Generation, die, wie zu sehen war, schon aus den Startlöchern ist, hoffentlich weitertragen wird.

 

Weitere Aufführungen

Die nächsten Aufführungen von „Macbeth“ im Pfarrsaal St. Nikola, Nikolastraße 41a, finden statt am Freitag und Samstag, 30. und 31. Oktober, 6. und 7., 13. und 14. sowie 20. und 21. November. Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr. Tickets sind erhältlich unter la-tickets.eu/theaternikola oder telefonisch unter der Ticket-Hotline 0177/1656782. Karten kosten für Erwachsene jeweils 20 Euro und für Schüler und Studenten jeweils 18 Euro.