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Theater Nikola Landshut e.V.

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Ereignisse

Samstag, 24 Oktober 2026 - 20.00
MacBeth Premiere
Freitag, 30 Oktober 2026 - 20.00
MacBeth
Samstag, 31 Oktober 2026 - 20.00
MacBeth
Freitag, 06 November 2026 - 20.00
MacBeth
Samstag, 07 November 2026 - 20.00
MacBeth
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Samstag, 14 November 2026 - 20.00
MacBeth
Freitag, 20 November 2026 - 20.00
MacBeth
Samstag, 21 November 2026 - 20.00
MacBeth

Landshuter Zeitung Vorschau "MacBeth"

Quelle: Landshuter Zeitung vom 7. Oktober 2026

 

„Macbeth“: Das verfluchte Stück

Nach 14 Jahren wieder Shakespeare im Theater Nikola – Regiedebüt für Sabine Hoffmann

Von Annika Burger

Die Prophezeiung dreier Hexen verspricht Macbeth, der nächste schottische König zu werden. Nur ein Problem: Der aktuelle König lebt noch und nächtigt nach einer gewonnenen Schlacht im Hause Macbeths und seiner Lady.
Durch Träume von Macht und Ruhm wandern die Figuren zwischen Verstand und Wahnsinn, Wirklichkeit und Illusion. Das Theater Nikola traut sich an einen anspruchsvollen Klassiker und führt zum ersten Mal nach 14 Jahren wieder Shakespeare auf. Aktuell laufen die Proben mit Blick auf die Premiere am 24. Oktober im Pfarrzentrum St. Nikola.

Probe MacBeth Sabine Hoffmann

Macbeth (Aaron Jungblut-Klemm) und Lady Macbeth (Gabi Butz) in der vordersten Bildebene

mit den anderen schottischen Adligen und Bediensteten im Hintergrund

Foto: Christine Vinçon

Regisseurin Sabine Hoffmann


Unter Theaterleuten als Unglücksstück bekannt – aufgrund der langen Liste der Unglücksfälle während Aufführungen – hat Sabine Hoffmann trotzdem mit Absicht genau dieses anspruchsvolle Stück als ihr Regiedebüt im Theater Nikola gewählt. Hoffmann ist gebürtige Tiefenbacherin und kam über ihren damaligen Verlobten und jetzigen Ehemann zum Theater Nikola. Begonnen 2011 als Irrlicht bei „Faust“, übernahm sie seitdem mehrere kleinere und dann immer größere Rollen wie die Titelrolle in der „Wanderhure“ (2024). Seit 2015 leitet sie auch den Kostümfundus.
Ihren ersten Einsatz als Regisseurin 2026 nennt sie den nächsten logischen Schritt im Theater, um ihre eigenen Ideen und besondere Begeisterung umzusetzen. Nach langen Überlegungen war ihr klar: „Es muss ein Klassiker her, mit einem Text zum Niederknien. Es muss ein Shakespeare sein.“

Große Herausforderung für ein Amateurtheater

„Jeder, der will, soll mitspielen können und jeder soll Text haben“, ein hochgesetztes Ziel von Hoffmann, das schließlich zu 32 Schauspielern mit insgesamt 37 Rollen führte. Mit dabei auch alle Altersstufen, vom Gründungsmitglied Richard Marx bis zu den Jüngsten der Theaterfamilie mit sechs Jahren.
Besonders fordernd war der Text von Shakespeare in Versen und Reimen – schwieriger als die Prosa, die die Darsteller sonst gewöhnt sind, so Hoffmann: „Aber wenn man es drin hat, dann ist es fast wie Singen auf der Bühne und der Text ergibt sich fast wie von selbst“, erzählt sie begeistert.
Wichtig dafür waren jedoch Leseproben, in denen alle Fragen geklärt wurden: Was bedeuten einzelne Wörter, wie spreche ich sie aus, in welchem Kontext stehen sie, wie muss ich etwas betonen und an wen richtet sich ein Satz? Doch auch die jüngsten Darsteller gewöhnten sich schneller als gedacht an ihren Text, so Hoffmann.
Genau bei diesen Aufgaben der Regisseurin kam der berufliche Hintergrund von Hoffmann zum Einsatz. Das Sprechtraining konnte sie aus ihrem Studium der Musik an der Hochschule für Musik und Theater München anwenden. 
Und auch in der Arbeit mit Kindern und großen Gruppen ist sie durch ihre Tätigkeit als Grundschullehrerin sehr geübt.
Doch als Regisseurin muss man auch ein Allrounder sein, um alles rund um die Aufführungen unter einen Hut zu bringen: „Ich habe in meinem Kopf momentan tausend Schubladen offen“, erzählt Hoffmann. 
Seit dem Kick-off-Treffen Ende Mai laufen die Vorbereitungen für das Stück. Zwischen Lese- und Textproben müssen auch alle Bereiche hinter der Bühne wie Maske, Kostüme, Bühnenbau, Beleuchtung und Musik geplant werden.
Besonders die zeitliche Organisation zeigte sich hier bei 32 Laienschauspielern vorstellbar knifflig: „Der Probenplan ist ein Flickenteppich, herumgeplant um die Verfügbarkeit der Darsteller, die ja nebenbei auch in die Arbeit oder Schule müssen“, so Hoffmann. Deswegen wurden die Szenen vorerst durcheinander geprobt und erst bei der ersten Durchlaufprobe am Montag Abend zusammengesetzt.
Im Theater Nikola wurden bereits „Julius Caesar“ und „Ein Sommernachtstraum“ gespielt, letzteres sogar als Regiedebüt von Hoffmanns Mann vor 14 Jahren. 2026 reizen Sabine Hoffmann immer noch die Eigenarten von Shakespeares Theater und dessen Prinzipien. Zum einen hebt sich das Bühnenbild ab, da es keine wechselnden Kulissen für die Szenen gibt, sondern die Bühne eigentlich immer gleich bleibt. 
„Im Shakespeare-Theater ist es ganz egal, wie die Bühne aussieht. Der Hintergrund wird durch den Text gestaltet“, erklärt Hoffmann. „Das ist das Tolle am Shakespeare-Text, er funktioniert immer und überall.“
Zur Vision von Sabine Hoffmann gehörte auch ein aufwendiges Bühnenbild, dessen Aufbau im September begann. Herzstück davon ist eine Treppe aus verschiedenen Plattformen, auf der sich die Schauspieler bewegen – eingesetzt als Gestaltungselement, jedoch auch mögliche Metapher. Inspiriert von einem Café in Hamburg schafft Hoffmann damit eine „sehr körperbetonte, schon fast akrobatische“ Bühne mit viel Bewegung und Körpereinsatz der Schauspieler in den Szenen. Dabei nimmt sie die zusätzliche Anstrengung zum fordernden Text in Kauf. In diesem Konzept spiegelt sich wider, dass Hoffmann 20 Jahre lang Ballett getanzt hat und auch seit fünf Jahren klettert: Bewegungen wie Klettern, Kriechen und Springen wurden miteingebaut.
Genauso wie bei der Bühne wird bei den Kostümen auch nicht auf eine historische Realitätsnähe gesetzt: Statt Ritter- und Königskleidern gibt es einen experimentellen Mix aus Stilen, was sich von den Kostümen abhebt, die man bisher im Theater Nikola sehen konnte.
Doch nicht nur die Schauspieler werden gefordert. Denn eine weitere Eigenart des Shakespeare-Theaters zeigt sich bei der Rolle des Publikums. „Shakespeare ist eines der ersten Theater, das jeden bedient“, erklärt Hoffmann. 
Obwohl Macbeth ursprünglich im 11. Jahrhundert spielt, seien die Themen immer noch relevant. Jeder könne sich aus den Figuren und Handlungen etwas herausziehen, wobei auch jeder etwas anders interpretiere. Jeder finde sich in einer anderen Figur wieder. Das Publikum sei auch nicht unbeteiligt, sondern werde gefordert: „Das Theater ist kein Wohlfühlort.
Man kann sich nicht einfach zurücklehnen, sondern wird durchaus miteinbezogen.“ Nach dem Prinzip des „Theaters der Grausamkeit“ von Antonin Arnaud gehe es nicht um grausame Inhalte im Theaterstück selbst, sondern darum, das Publikum durch eine radikale Sinneserfahrung aus dem Alltag zu reißen und mit Emotionen zu konfrontieren.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren 

Obwohl alle Darsteller Laien sind, betont Hoffmann die hohe Leistungsbereitschaft aller Beteiligten bei den Vorbereitungen: „Wir haben insgesamt circa 50 Mitglieder im Theaterverein und jeder hat an irgendeiner Ecke mitgeholfen.“ 
So strickt eine Darstellerin zum Beispiel schon seit Juni an mehreren Schals, das Kostüm von Lady Macbeth hat Hoffmann selbst genäht und am Bühnenbild wird oft bis tief in die Nacht gewerkelt. 
Den großen Einsatz und Zusammenhalt schätzt Sabine Hoffmann besonders: „Das ist hier das Tolle, dass alle das gemeinsam machen und zusammenhelfen.“
Die erste Durchlaufprobe am Montagabend mit Kostüm, Maske und Licht war trotz einiger Krankheitsfälle schon ein Erfolg. Trotzdem ist noch viel zu tun: Weiterhin fleißig wird somit fast jeden Werktag geprobt und Text, sowie alles auf und hinter der Bühne perfektioniert, bis zur Premiere in knapp drei Wochen. Hier können dann etwa 140 Zuschauer Zeugen vom Regiedebüt von Sabine Hoffmann bei dem „verfluchten Stück“ werden.


■ Termine und Kartenverkauf
Die Premiere von „Macbeth“ ist am 24.10.. 
Die weiteren Aufführungen finden am 30. und 31. Oktober sowie am 6., 7., 13., 14., 20. und 21. November 2026 jeweils um 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) im Pfarrsaal St. Nikola statt. 
Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Tickets gibt es unter la-tickets.eu/theaternikola oder unter Telefon 0177/1656782 (18 bis 19 Uhr) und an der Abendkasse gegebenenfalls Restkarten